Sven Marquardt – Marquardt

Ausstellungsdauer: 18.09.2015 – 18.10.2015


Zum Abschluss des ersten Potsdamer Fotosommers präsentiert der Kunstraum den Berliner Fotografen Sven Marquardt. Mit seinen inszenierten Fotografien spiegelt Marquardt seit 30 Jahren melancholisch die Subkultur Berlins wider. Die Ausstellung präsentiert Arbeiten aus dem gesamten Zeitraum.

Siegfried Dittler / Leiter             Mike Geßner / Kurator

„Sven Marquardt ist sich treu geblieben. Er hat nie etwas anderes gemacht, als leidenschaftliche bis groteske Porträts zu inszenieren. Dieser Fotograf ist der einzige, der die Ost-Berliner Traditionslinie Arno Fischers und Sibylle Bergemanns mit einem gierig-fiebernden Fashion-Akzent zu verbinden wußte. Mit wohldosierter Theatralik vermag Marquardt dabei durchaus Kraft zu entfalten, Würde. Manchmal too much, oft genau richtig. Sein lässig melancholischer Style hatte in den 1980er Jahren reichlich Wave-Einfluss getankt und sich in Grabsteinnähe romantisch durchglühen lassen. Heute sind diese efeuumsäumten und aus Leder-Vulgarität destillierten Schwarz-Weiß-Bilder Kult und Marquardt außerdem bekannt als einer der ausstrahlungsstärksten Türsteher des Berliner Nachtlebens. Die dumpfigen Gemäuer des „Berghain“ bilden seinen ganz persönlichen Emotionsbunker. Dort keimt und reift sie, die dichte Stofflichkeit seiner Dunkel-Poesie. Jedes Foto leitet den Herbst ein und ist Teil einer Interpretation der Kosmetik des sozialen Körpers zwischen Rausch und Unausweichlichkeit.“

Christoph Tannert

SVEN MARQUARDT (*1962, Berlin)

  • 1982 Beginn der Ausbildung zum Fotografen und Kameraassistenten bei der DEFA, es entstehen erste Porträtfotografien
  • Veröffentlichungen in den Zeitschriften „Sonntag“ und „Das Magazin“
  • Mentorenschaft durch die Fotografin Helga Paris
  • 1985-1986 Assistenz bei Rudolf Schäfer
  • Arbeit als Modefotograf für die Zeitschrift „Sibylle“
  • In den 1990er Jahren Türsteher in der Berliner Clubszene
  • Seit 2003 kontinuierliche Weiterführung seiner fotografischen Arbeit

 

 

 


◄ vorherige Ausstellungnächste Ausstellung ►
zum Archiv 2015